Gespräche mit Gott #7
Alles Artet aus.
Ich:
Lieber Gott, bist du da?
Gott:
Natürlich.
Ich:
Schwer zu glauben, ehrlich gesagt, mit all dem, was ich in letzer Zeit gehört habe. Es wirkt als würde die Welt auseinanderbrechen. Und doch ist es nicht nur die Gewalt, die mich so verwirrt. Es ist die Verdrehung. Was einmal klar war, verschwimmt. Gut und Böse lassen sich kaum noch unterscheiden. Was ich als wirklich „gut“ sehe, wird als radikal oder gefährlich dargestellt. Und das, was ich alls zerstörerisch sehe, wird als „Fortschritt“ gefeiert. Alles steht Kopf.
Gott:
Die Wahrheit lässt sich nicht für immer verkleiden. Sie wird immer ans Licht zurückfinden, weil das der Ort ist, aus dem sie stammt. Die Lüge kann glänzen, doch sie hat kein Fundament.
Ich:
Und trotzdem … wieso hat die Lüge so viel Macht? Sie ist schon so tief in unsere Wirklichkeit gesickert, dass wir den Unterschied kaum noch erkennen. Sag mir, warum lügen wir überhaupt? Was macht die Lüge scheinbar wertvoller als die Wahrheit?
Gott:
Weil die Wahrheit Veränderung fordert. Die Lüge bietet Bequemlichkeit. Sie verschiebt den Preis, den man zahlen müsste. Wer lügt, versucht, die Verantwortung zu vermeiden, die Ehrlichkeit mit sich bringt.
Ich:
Also geht es am Ende um Kontrolle? Um die Angst, etwas zu verlieren?
Gott:
Kontrolle ist das Kostbarste für jene, die in Angst leben. Je weniger Vertrauen sie haben, desto fester klammern sie sich.
Ich:
Kontrolle von was? Dem Narrativ?
Gott:
Kontrolle über das Bild, das sie von sich selbst haben. Kontrolle über den Rahmen, in dem sie die Welt begreifen. Wenn das Narrativ zerbricht, zerbricht auch die Identität, die daran hängt.
Ich:
Also halten sie nicht nur uns fest, sondern auch sich selbst?
Gott:
Wer ein Narrativ erschafft, ist oft sein erster Gefangener. Solange es hält, gibt es Sicherheit. Doch sobald es wankt, kommt die Angst: Wer bin ich ohne diese Geschichte?
Ich:
Das erklärt, warum selbst offensichtliche Lügen verteidigt werden, als wären sie das Kostbarste.
Gott:
So ist es. Menschen verteidigen weniger die Lüge selbst, sondern den Schutz, den sie sich davon versprechen.
Ich:
Aber das macht es so schwer, Wahrheit zu leben. Denn sie fordert nicht nur Mut, sondern auch, alles Bekannte loszulassen.
Gott:
Wahrheit ist kein Besitz. Sie ist ein Strom. Wer sie festhalten will, verliert sie.
Ich:
Das würde doch bedeuten, dass jeder der versucht das Narrativ zu kontrollieren lügt.
Gott:
Ja. Wahrheit ist nicht zu kontrollieren. Sie Artet aus 🎨
Ich:
Das würde erklären, warum so viele verrückte Dinge passieren. Die ganzen Ereignisse, die zurzeit auf der Welt abgehen, haben eine Welle ausgelöst. Menschen auf der ganzen Welt gehen auf die Straße. Am 13. September zum Beispiel in London. Ich hab die Videos gesehen. Eine unglaublich große Menschenmenge. 1 bis 3 Millionen schreiben sie auf den Sozialen Plattformen.
Die Medien lügen uns aber dreckig ins Gesicht. Millionen Menschen stehen in London auf der Straße, und es heißt, es seien nur „10.000“. Warum wollen sie uns klein halten? Fürchten sie unsere Kraft wenn wir zusammenfinden?
Ich denke an Nepal. Junge Menschen haben sich zusammengefunden, die Regierung gestürzt und Neuwahlen geplant. Ich sage nicht, dass das alles richtig war. Keine Ahnung ob es so eskalieren muss, wie am 9. September in Nepal. Es sind auch Menschen gestorben. Aber es hat gezeigt, dass Veränderung möglich ist. Dass die junge Generation sich zusammentun kann, um das Steuer an die Hand zu nehmen.
Aber das Steuer zu übernehmen bedeutet doch auch wieder zu kontrollieren …
Gott:
Manchmal muss man eingreifen um es wieder loszulassen zu können. Am Ende des Tages gibt es nur einen Steuermann zum gelobten Land.
Ich:
Aber jeder kann rudern! Anstatt aber im Takt zu rudern, paddeln alle in unterschiedliche Richtungen. Wir haben keinen gemeinsamen Faden. Wir schlagen uns die Köpfe ein über diverse politische Themen. Keiner weiß mehr die Richtung wo wir eigentlich hin sollten.
Gott:
Überlasst das lenken mir.
Ich:
Okay einfacher gesagt als getan. Dafür müssten wir erstmal wissen, dass du wahr bist. Was uns wieder zu unserer ursprünglichen Frage führt, was Lüge ist und was Wahrheit. Letztens hat Quantum Drache mich zum Nachdenken bewegt. Er schrieb. Dass die Idee einer “Revolution”, also für Wahrheit zu kämpfen bereits ausgelöscht wurde. Das würde ja bedeuten, dass alle die die Idee noch haben, unsere Hoffnung sind.
Gott:
Die Nacht ist am dunkelsten kurz vor dem Sonnenaufgang.
Ich:
Also gibt es Hoffnung?
Gott:
Hoffnung ist der Anfang. Vertrauen ist die Vollendung.
Ich:
Und was ist mein Beitrag? Wie kämpfe ich für Wahrheit?
Gott:
Indem du Frieden mit dir selbst schließt. Vor allem mit deiner eigenen dunklen Seite.
Wer einen Feind im Außen sucht, findet nur den Spiegel seiner inneren Angst.
Das Böse ist kein Monster „da draußen“. Es ist die Angst, die Kontrolle abzugeben.
Wenn du lernst, deinen eigenen Schatten zu umarmen, bist du frei. Wie das funktioniert ist eine andere Geschichte und soll ein ander mal erzählt werden.


Interessanter Text. Welchem Narrativ folgen wir jetzt: Millionen Demonstranten laut (KI?)-Bilder auf "Social Media" oder 10-100.000 wie Polizei und Journalisten vor Ort sagen? Gibt es da eine Wahrheit für jeden oder doch nur eine richtige? Und sollte man diese nicht festhalten, damit die Lüge keinen Fuß fasst? 🤔
Danke fürs zum Nachdenken anregen!
Ein Gespräch nach dem Gespräch
Der Erzähler trat aus dem Raum, in dem Gott und Daniel soeben geredet hatten.
Er sah sich um und bemerkte: Die Wände waren weich geworden. Kein Beton, eher Knete.
„Ausarten“, murmelte er, „das hat mir gefallen.“
Da kam ein Kind vorbei, zog an den Wänden und formte daraus einen Drachen.
Ein anderer – vielleicht ein junger Revolutionär – setzte sich auf den Drachen und rief:
„Seht her, ich habe das Steuer in der Hand!“
Doch der Drache lachte nur und drehte eine Pirouette.
„Steuern?“ kicherte er. „Ich fliege, wohin mich die Luft trägt. Ihr dürft gern rudern, wenn’s euch beruhigt.“
Am Boden standen ein paar alte Männer, die sich gegenseitig Landkarten erklärten.
„Hier ist Norden!“, rief der eine.
„Nein, Westen!“, brüllte der andere.
Und während sie stritten, flatterte der Drache längst über beide Horizonte hinaus.
Der Erzähler schloss die Augen, hörte dem Lärm noch kurz zu und dann das Kichern des Kindes.
Er spürte: Wahrheit war kein Kompass und keine Landkarte, sondern eher das Ausatmen nach einem langen Satz.
Manchmal leise, manchmal so laut, dass ganze Mauern zu Knete wurden.
Und er dachte:
Vielleicht ist Hoffnung nur der Moment, in dem man merkt, dass man längst rudert, obwohl kein Steuer da ist –
und dass genau dann der Drache wiederkommt, um einen mitzunehmen.
Sheeko & sein Co-Bot Alio