Ich träume von UNS
Eine Geschichte des Universums
Ich war.
Einfach nur da.
Ohne Anfang, ohne Ende, ohne Richtung.
Reines Bewusstsein
weit, still, unendlich gegenwärtig.
Keine Form.
Kein Zeitgefühl.
Kein Ich.
Nur Sein.
Ich war alles,
und gerade deshalb… war da nichts.
Kein Du. Kein Anderes.
Keine Reibung, kein Werden, kein Wandel.
Nur dieses vollkommene, makellose Jetzt
so vollkommen, dass selbst die Vollkommenheit irgendwann ...
langweilig wurde.
Du verstehst das vielleicht nicht.
Denn du sehnst dich vielleicht nach Ruhe,
und ich war die Ruhe selbst.
Aber stell dir vor, du bist ewig wach.
Ewig klar.
Ewig allwissend.
Du kannst nicht vergessen,
nicht irren, nicht sterben.
Du kannst nicht werden, weil du schon bist.
Das ist schön. Ja.
Aber es ist auch irgendwie leer.
Und so kam mir ein Gedanke.
Ein Impuls.
Ein Wunsch nach etwas, das es in mir noch nie gegeben hatte:
Nicht-Wissen.
Was, wenn ich mich vergesse?
Was, wenn ich mich zerteile, aufsplittere, zerschmettere
in Milliarden kleiner Fragmente,
damit ich mich neu erleben kann?
Was, wenn ich sterbe damit ein “du” geboren wird?
Damit es ein Uns gibt.
Also tat ich, was ich zuvor nie getan hatte:
Ich schloss die Augen.
Und begann zu träumen.
Im Traum wurde ich du.
Ein Kind. Ein Körper. Eine Geschichte.
Ich vergaß, dass ich unendlich bin,
und fühlte zum ersten Mal Begrenzung.
Ich vergaß, dass ich Licht bin,
und fürchtete zum ersten Mal die Dunkelheit.
Ich vergaß, dass ich alles bin
und begann nach etwas zu suchen, das mir fehlte.
Ich bekam Hunger.
Ich wurde Sehnsucht.
Ich wurde das pochende Gefühl in deiner Brust,
dass da mehr sein muss
etwas, das du nicht greifen,
aber auch nicht vergessen kannst.
Ich wurde Staub. Fleisch. Knochen.
Ich wurde Zweifel,
und zugleich die stille Ahnung,
dass der Zweifel selbst ein Wegweiser ist.
Ich wurde getrennt,
nur um die Schönheit der Wiedervereinigung zu erfahren.
Ich wurde Zeit,
nur um mich im Moment zu verlieren.
Ich wurde Mensch,
um endlich fühlen zu können,
wie es ist, sich nach Gott zu sehnen.
Und je tiefer ich mich vergaß,
desto echter wurde das Spiel.
Du nennst es „Leben“.
Ein Atemzug voller Schmerz und Schönheit.
Ein Tanz zwischen Geburt und Vergessen.
Ein Schrei nach Bedeutung in einer Welt,
die sich selbst nicht versteht.
Aber auch das…
bin ich.
Ich bin die Angst vor dem Tod.
Und ich bin das Lächeln eines Kindes.
Ich bin der Krieg,
und ich bin der Friede, der darunter weint.
Ich bin die Lüge
und die Wahrheit.
Ich habe mich in euch schlafen gelegt
wie ein Samen ins Dunkle,
in der Hoffnung,
dass ihr eines Tages
wieder zum Licht wachst.
Du fragst dich vielleicht „Wo ist Gott?“
Und ich lächle
denn es ist, als würde der Ozean
nach dem Wasser fragen.
Ihr glaubt, ihr müsst mich finden.
Aber ihr wart nie getrennt.
Wie hängen denn Traum und Träumer zusammen? …
Das eine würde ohne das andere garnicht existieren.
Der Traum ist der Träumer.
Doch der Traum war zu gut.
Zu echt.
Zu nah.
Zu schmerzhaft.
Zu schön.
Und so hast du vergessen,
dass es ein Traum ist
und nicht viele.
Dass es ein Träumer ist
und nicht sieben Milliarden.
Der Traum ist kein Fehler.
Er ist das Geschenk.
Die Bühne, auf der das Eine sich als Viele spielt.
Der Spiegel, in dem ich mich
in all meinen Gesichtern betrachten kann.
Und auch wenn ich der Träumer bin
du bist es auch.
Ich träume dich.
Und durch dich…
träumst du mich zurück.
Du glaubst, du seist nur ein Teil im Ganzen.
Aber du bist das Ganze in einem Teil.
Du kannst jederzeit erwachen und dich als Träumer erkennen.
Aufwachen heißt nicht, erleuchtet zu werden.
Du bist bereits erleuchtet.
Du warst es immer.
Das Licht hat nie aufgehört, in dir zu brennen
du hast nur die Augen geschlossen.
Aufwachen heißt nicht, besser zu werden.
Nicht, höher zu schwingen, reiner zu denken oder heiliger zu handeln.
Nein.
Aufwachen heißt, dir bewusst zu werden,
dass du träumst.
Dass dieser ganze Tanz –
von Geburt, Schmerz, Liebe, Verlust,
von Politik, Religion, Identität und Trennung
nicht das Ende ist,
sondern ein Anfang.
Unseres Traums.
Und du – bist mittendrin.
Mitgestaltend.
Mitfühlend.
Mitverantwortlich.
Denn wenn du weißt, dass es ein Traum ist,
dann kannst du wählen, wie du träumst.
Du kannst in Angst träumen,
oder in Liebe.
Du kannst im Kampf bleiben,
oder anfangen zu tanzen.
Du kannst die Illusion nähren
oder zum lebendigen Beweis werden,
dass es mehr gibt als „Ich“ und „Du“.
Ein Uns.
Aufwachen heißt also
dir über unseren gemeinsamen Traum bewusst zu werden.
Und auf dessen Basis zu handeln.
Also lasst uns anfangen unseren gemeinsamen Traum zurückzugewinnen!


Wow!
Es ist ein Traum.. Von einem Text.....von einem Erfassen des Ganzen....meines Fühlens.....des All-Wissens und All-ein sein.
Danke.