Liebs oder lass es ...
Alles dazwischen drin gibts nicht!
Hass klingt wie ein lautes Wort.
Doch oft ist er leise oder spricht gar nicht mehr.
Hass kommt nicht unbedingt mit der Faust,
sondern mit dem Nicht-Antworten.
Mit dem Blockieren.
Mit dem Ignorieren.
Er äußert sich nicht mehr in Streit, sondern in Abwesenheit.
In Feeds voller Meinung
aber ohne Gespräch.
In stillen Chatverläufen,
wo einst Nähe war.
Er sagt nicht dirket:
„Ich hasse dich.“
Er sagt:
„Mit dir lohnt sich kein Gespräch.“
Nicht aus Gleichgültigkeit,
sondern aus Überzeugung.
Weil er dich längst einsortiert hat
in eine Schublade namens:
„Da ist nichts mehr zu holen.“
Dein Denken sei zu falsch,
dein Blick zu schief,
dein Sein zu unbequem.
Und weil es so viel Mühe macht,
sich wirklich zu begegnen,
leben wir in einer Zeit
in der Kontaktabbruch zur Tugend wird,
Verachtung zur Haltung,
Abgrenzung zur Identität.
In der man lieber ghostet,
als ein ehrliches Gespräch zu führen.
In der "toxisch" jede Nähe verhindert
und Selbstdiagnosen Beziehungen beenden.
Eine Zeit, in der sich kaum einer noch fragt:
„Wie kann ich dienen?“
sondern nur noch:
„Wie werde ich gesehen?“
Wir beten unsere Filter an,
verlieren uns in Meinungsschlachten,
und verlernen dabei, wirklich zu fühlen.
Statt Verantwortung:
Vibes und Spaß.
Statt Wahrheit:
Recht haben und Virtue-Signaling.
Statt Verbindung:
Trennung
Wir verwechseln Grenzen mit Mauern,
Freiheit mit Beliebigkeit,
und Selbstliebe mit Narzissmus.
Willkommen im Jahr 2025 🤦♂️.
Wir nennen unseren Hass auch nicht mehr Hass.
Nein, das würde uns ja nicht gefallen …
”Ein Mensch der hasst, ist ja böse”
Wir nennen es lieber:
"Selbstschutz."
"Meine Grenze."
"Ich geh meinen eigenen Weg."
Doch in Wahrheit ist es oft
der fein gekleidete Bruder der Kälte.
Ein Rückzug,
nicht aus Klarheit
sondern aus Ohnmacht.
Aus Enttäuschung.
Aus unverdautem Schmerz.
Und das Madigste?
Wir merken es nicht einmal mehr.
Dass Hass eben nicht mehr wie Hass gesehen wird.
Auf der Oberfläche bekommt er ein schönes Label,
weil wir uns Selbst nicht sehen wollen.
Unsere Taten lügen aber nicht.
Sie spiegeln den Hass in der reinsten Form.
Er zieht sich zurück, statt sich zu zeigen.
Er wählt Recht haben statt Beziehung.
Und die Welt?
Die zerbricht daran.
Nicht weil wir uns streiten,
sondern weil wir nicht mehr streiten können.
Weil wir aufhören uns zu begegnen.
Weil wir lieber alleine Recht haben,
als gemeinsam zu wachsen.
Denn wer dich hasst,
will dich nicht umbedingt immer zerstören
er will dich nicht mehr fühlen.
Und meist ist die Flucht der einfachere Weg.
Hass ist im Prinzip auch nur Bindung.
Nur eine verzweifelte.
Eine, die nicht mehr weiß, wie Nähe geht.
Eine, die mal Liebe war
und nicht wusste, wohin mit all dem Schmerz.
Hass ist wie ein Echo einer unerwiderten Liebe.
Das Nachbeben von Enttäuschung.
Der Schatten der Intimität.
Und je näher uns jemand war,
desto schmerzhafter ist sein Rücken.
Nicht das Messer verletzt uns,
sondern wenn wir sehen, wer das Messer in der Hand hat.
Das Schweigen, ist es was wirklich verletzt
und nicht der Schlag.
LIEB’S – ODER LASS ES.
Aber bitte: Tu nicht so, als wär dazwischen noch Platz.
Tu nicht so, als wär Gleichgültigkeit neutral.
Sie ist der leise Tod jeder Beziehung.
Und sie ist ansteckend.
Sie schleicht sich in Freundschaften,
in Partnerschaften,
in Gesellschaften.
Sie macht uns hart und steif,
vermeintlich stark,
und innerlich leer.
Vielleicht ist es Zeit für radikale Ehrlichkeit.
Dich zu fragen:
Wo liebe ich nicht mehr aber tue so?
Wo meide ich Konfrontation und nenne es „Frieden“?
Wo hasse ich nicht mit der Faust,
sondern mit Ignoranz, mit Kontaktabbruch,
mit dem Gefühl: „Mit dir rede ich nicht mehr“?
Wir sprechen so selten über Hass,
weil wir glauben, er müsste laut sein.
Aber der gefährlichste Hass ist der,
der sich als Selbstschutz tarnt.
Als Moral.
Als Grenze.
Doch in Wahrheit ist er ein kalter Krieg
nicht gegen den anderen,
sondern gegen die Möglichkeit,
dass wir uns doch noch berühren könnten.
Denn echter Hass
bewusst gespürt und ausgesprochen
ist näher an der Liebe
als das feige Dazwischen.
Weil er wenigstens zeigt,
dass dir der andere nicht egal ist.
Das wirklich Zerstörerische
ist nicht der Hass,
sondern der Rückzug ins Schweigen,
die Gleichgültigkeit im Gewand der Überlegenheit.
Also stell dir nicht nur die Frage:
Liebe oder Hass?
Sondern:
Bin ich bereit, wieder zu fühlen – egal was?
Denn manchmal beginnt Frieden nicht mit einem Lächeln.
Sondern mit dem Mut, den Schmerz zu sehen,
den wir so lange totgeschwiegen haben.


Das Schweigen und das Abtauchen, anstatt in die offene Konfrontation zu gehen, ist das Messer in meinem Herzen.
Da ist dann kein Engagement, kein Interesse mehr an mir ersichtlich.
Oder ein Unvermögen des Anderen sich zu zeigen und sich vielleicht auch etwas einzugestehen.
Genauso schlimm, wie der Schmerz des Messers, ist diese unbändige Wut über diese unfassbare Feigheit desjenigen, der sich da gerade in Luft aufgelöst hat.
Irgendwann schlägt die Wut in Trauer um… das ist der erste Schritt zur Heilung.
Bei mir ist nicht einmal das Problem zu sehen, wer das Messer in der Hand hält, sondern seine Absicht (zu verletzen und/oder anzugreifen) zu sehen